ist das älteste Gotteshaus in der Gemeinde Birstein und lässt noch
den spätgotischen Baustil erkennen. Bereits vor 1372 wurde ein Gotteshaus erwähnt. Zum
Kirchenpatron wählte man den heiligen Nikolaus. Fenster, Portale und Emporen stammen aus der ersten Hälfte des 18.
Jahrhunderts. Im Altarraum befindet sich ein Kreuzrippengewölbe mit
einem sehr schön gehauenen Schlussstein. Die spätgotischen Malereien
des Gewölbes sind leider kaum mehr sichtbar. Die Flachdecke mit
Stuckmedaillons im Kirchenschiff stammt aus dem Jahre 1590, ebenso der
Kanzelkorb. Das Alter eines
Mauerbalken aus dem Inneren der Nikolauskirche wird nach
dendrochronologischer Untersuchung auf1291 n. Chr. festgesetzt. In
der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und ein weiteres Mal 1590
wurde sie erneuert. Im
Mittelalter diente die Kirche den
Dorfbewohnern als Zufluchtsort und Wehrturm was an den Konsolen des
ehemaligen Wehrgang und den Schießscharten am Turm noch gut zu erkennen
ist. Erst war sie Filiale von Reichenbach und
seit 1590 selbstständig. Zum Kirchspiel Kirchbracht gehören
Mauswinkel, Bösgesäß, Illnhausen und das Filial Lichenroth mit Völzberg,
Wettges und Wüstwillenroth. Patron der Kirche war bis zur Jahrtausendwende
der Fürst zu Isenburg in Birstein. Die Kirchenbücher sind
seit 1656 vorhanden. Am gleichen Platz, auf
einer leichten Anhöhe im Feld, hat sich sicherlich schon vor
ihrem Bau eine Kapelle (Kreutzkapelle) befunden